sarajevo84Sarajevo - eine Reminiszenz

Wer erinnert sich noch an die XIV. Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo, die für Österreich nicht gerade erfolgreich verlaufen sind? Eine Bronzemedaille durch Jimmy (Anton) Steiner war die einzige Ausbeute. Der Leiter des Alpinen Leistungszentrums erinnert sich noch genau daran. Waren es doch die ersten Olympischen Spiele seiner Trainerlaufbahn. Als junger Coach durfte er an der Seite von Kurt Hoch, Werner Margreiter und Franz Wolf das ÖSV-Damenteam zu dieser Großveranstaltung begleiten.

Dass es dann einmal insgesamt 5 Olympische Winterspiele werden sollten, hätte er damals nicht erträumt. Jedenfalls gaben Roswitha Steiner, Anni Kronbichler, Elisabeth Kirchler und Co ihr Bestes, aber das war leider nicht genug, auch wenn nach dem ersten Slalomdurchgang sowohl Roswitha wie auch Anni durchaus auf Medaillenkurs waren (3. und 4. Rang). Im einbrechenden Nebel während des 2. Durchganges verblassten jedoch alle Hoffnungen zum Abschluss doch noch ein versöhnliches Ergebnis zu erreichen.

jahorina sl motorradDie „verlorenen“ Hundertstel“ zu finden (sie wurden ja eigentlich nicht verloren, sondern „aufgelesen“) war nicht der Grund der Reise von Raimund Berger zurück zu den alten Wettkampfstätten - vielmehr das Interesse an das ehemalige Olympia-Schigebiet Jahorina. Das Skizentrum Jahorina befindet sich im Südosten von Bosnien - Herzegovina, damals noch Jugoslawien. Es erstreckt sich zwischen zwischen 1300 und 1900 m Sehöhe und gilt als schneesicher. Insgesamt verfügt das Schigebiet über 8 Sessellifte und einen Babylift. Einige Hotels und zahlreiche mietbare private Skihütten prägen den Skiort. Skischule und Shops findet man ebenfalls. Die Skipisten, mit einer Gesamtlänge von 20 km, sind als mittel einzustufen. Die Touristiker sprechen von einer Kapazität von 7000 Skifahrerinnen und Skifahrern. Im Sommer ist es ein beliebtes Naherholungszentrum. (Fotos:  Olympiaslalomhang im Hintergrund(oben), Abfahrtsstart (unten)

jahorina downhillIn einer dieser anlässlich Olympia 84 erbauten "Selbstversorger-Hütten" hielten Raimund Berger mit seinen ÖSV-Trainerkollegen Patrouille während der Spiele. Zwecks raschem Einsatz in der Früh, wie Einfahrkurse setzen, Strecken- und Laufstudium, oder Erfassen der aktuellen Wetter- und Schneebedingungen mit entsprechender Datenübermittlung nach Sarajevo ins olympische Dorf, wurde direkt neben dem Abfahrtsstart eine Hütte angemietet. Jahorina ist von Sarajevo ca 30 km oder 45 Autominuten entfernt. Eine breite, gut ausgebaute Bergstrasse führt vom Bergfussort „Pale“ an der M5 gelegen ins Schigebiet. 

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Sarajevo selbst liegt in einer weiten Ebene von  Bergen umgeben, die bis zu 2000 Meter in den Himmel ragen. Ganz in der Nähe der Stadt entspringt der Fluss Bosna, welcher dem ganzen Land seinen Namen gab. Durch die Stadt selber fließt die Miljacka. Die Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina (BIH) hat ca 312 000 Einwohner. Der Großraum Sarajevo zählt über 400.000 Einwohner und Bosnien-Herzegowina umfasst 3,7 Mio. (2011).

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R. Berger, Sarajevo/Jahorina 2013

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